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Durch eine Anzeige in der Berliner Zeitung erfuhr ich zum ersten
Mal von den staatlich geförderten Existenzgründer-Seminaren
im Hause G.U.T.. Nach der absolut bequemen und einfach gehaltenen
Anmeldung per Telefon begab ich mich also am Montag das erste
Mal nach Berlin-Köpenick. Nach einer kurzen Abhandlung der
Formalitäten begann Herr Dr. Geiger persönlich mit der
Durchführung des Seminars.
Trotz meiner Vorurteile gegenüber einem kostenfreien Seminar
und der Zusammensetzung der Gruppe (Manager, Hausmeister, Architekten,
Arbeitslose, Azubis, Ausgelernte, Studenten) entpuppte sich die
Veranstaltung als äußerst fruchtbar. Mein Studium der
Wirtschaftsinformatik (Abschluss bisher: Vordiplom) erwies sich
als nicht redundant zu den behandelten Themen, vor allem hinsichtlich
der stark praxislastigen Sichtweise im Seminar. So konnte ich
einerseits die im Grundstudium erlernten Kenntnisse auffrischen
und erhielt andererseits einen sehr zielorientierten Überblick
über die Themen rund um Existenzgründung und Geschäftsführung.
Dies wurde vor allem durch den direkten Umgang mit den behördlichen
Formularen und der Einbringung der reichhaltigen persönlichen
Erfahrung der Dozenten erreicht.
Zwar möchte ich gegen mein Universitätsstudium nichts
Schlechtes sagen, aber durch das Seminar konnte ich eindeutig
meinen Horizont erweitern, indem ich detaillierte Informationen
zu aktuellen Themen, wie der ICH-AG und dem Überbrückungsgeld,
erhalten habe. Auch die Heterogenität der Gruppe erwies sich
als große Hilfe beim Blick über den universitären
Tellerrand. Nicht zuletzt besaßen die ca. 15 Teilnehmer/Innen
ein hohes Maß an Eigenmotivation, was der lustlosen 500-
Mann Hörsaalatmosphäre eindeutig überlegen ist.
Unterstützt wurde das Seminar durch die Broschüren des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, durch die die
Teilnehmer auch nach Beendigung der Veranstaltung die Möglichkeit
haben, in Eigenregie ihre Kenntnisse zu vertiefen und wichtige
Informationen über Fördermittel und Starthilfe zu erhalten.
Für mich persönlich stellten die vier Tage eine wertvolle
Zeit dar, die ich vor allem durch die zahlreichen Anregungen sowohl
von Seite der Teilnehmer als auch durch die Dozenten lange in
Erinnerung behalten werde.
Abschließend ist zu sagen, dass meine anfänglichen
Zweifel eindeutig widerlegt wurden und ich bei einer Saldierung
der Pro und Contras eindeutig zu dem Schluss komme, dass mein
persönlicher Nutzen die Opportunitäskosten um Längen
übersteigt. Es bleibt zu hoffen, dass der Staat dies genauso
sieht und diese Art der Unterstützung aufrechterhält,
oder idealerweise sogar noch ausbaut.
Johannes Reeder
Student der Wirtschaftsinformatik an der Universität Regensburg
Theodor-Storm-Str. 7
93051 Regensburg
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